And now for some completely excellent: DAS PACK aus Hamburg!

Schubladen sind was Tolles! Jeder Archivar würde sofort zustimmen: Da gehört Rock rein, dort stopft man HipHop hin. Und so weiter und so fort. Nervend allein die Belegstücke ohne klare Zugehörigkeit. Das beschäftigt das Hirn!

Genau dergestalt verhält es sich mit „Das Pack“ aus der schönen Hansestadt:

Oberbegriff: Rock! Klar soweit. Doch was ist mit den HipHop-Anleihen? Was mit den Metal-Zitaten? Und überhaupt: Isn’t it ironic?

Durchaus. Vor allem aber gut. Man hat es hier nämlich mit zwei äußerst smarten Herren zu tun, die geschmeidig Pöter kicken und trotz humoristischer, bizarrer Texte und balladesker Ausflüge eindeutig zu rocken verstehen. Ein Profilneurotikerduo erster Güte, stehen sie beide als Frontmänner vor dem erstaunten Publikum und verwandeln auch Musikerpolizisten mit Abschußvergütung binnen kürzester Zeit in moshende Masse. Schlagzeug und siebensaitige E-Gitarren lassen keine Wünsche übrig, der Klangteppich stimmt, die Texte flowen kühl und souverän wie die Elbe bei Brise und die Meute singt mit. Da ist viel Bewegung drin und vorne stehen Pensen (auch bei den Monsters of Liedermaching) und Flozze und füttern den Raum mit feinstem Liedgut. Ob es dabei um dystopische Endzeitvisionen oder zwangsneurotische Phallushymnen geht, den Waschzwang als subkulturellen Trend oder Schlächtergesänge der metallischen Rockzunft - Fakt bleibt, daß „Das Pack“ ein eigenes Universum baut und beherrscht.

Schubladen werden rausgerissen, ihr Inhalt auf einen Haufen geschüttet und der Archivar auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Erholsam für ihn, zu laut für die Nachbarn.

Besonders fein: Just jetzt haben die Herrschaften ein Debüt-Album veröffentlicht, welches 13 ihrer Wunderwerke beinhaltet und die Kinderzimmer rebellischster Nesthocker in zugetaggte Tempel verzerrter Stahlsaiten verwandeln wird. Ein bunter Abend dank verzückter Ohren ist hiermit garantiert!

Kontakt: guterporno.de bzw. myspace.com/guterporno
Mark Dessat, Rocknewz




Kurzinfo

Das Pack aus Hamburg – so far, so good, so pack!

Pensen und Flozze aus Hamburg aka. „das Pack“ – ein Rockduo mit Schubkraft! Zwei Herren in vorderster Front untermauern eine alte Schulbuch-Weisheit: Two’s a company, three’s a crowd!

In der Tat. Schlagzeug und Siebensaitengitarre, kolossaler Rabaukengesang und graziles Gegröle: Die textlichen Grenzgänger balancieren souverän zwischen Poesie und Polemik und weben ein zartes Netz aus stählernen Melodien. Deutsche Texte jawohl, Deutschrock mitnichten. Zu laut für jedes Schlagerrevival, zu subtil für Mallorca, doch wenn die beiden Herren durchdrehen, versinkt jedes Etablissement in der Sturzflut ihres Rockgewitters. Glückliche Gesichter im Pogospace! Welch ein Segen! Welcome to the Packstation!

Aktuell empfehlenswert: Ihr Debütalbum “Das Pack” mit 12 ihrer musikalischen Saphire.

Infos: myspace.com/guterporno




Das Pack - Album

Das Duo Infernale aka. Pensen und Flozze haben just ihr Debütalbum veröffentlicht. Das Pack heißt die Band und Rock ist der Inhalt.

Auf einem Dutzend Songs toben sich die smarten Herren aus der Hansestadt aus und reanimieren erfolgreich formally verstaubte Rockdevotionalien. Kurz gesagt: Es wird laut! Faktisch läßt sich das Packgebäude auf drei Säulen stützen: Kompetenz, Originalität und Respektlosigkeit. Denn fraglos beherrschen sie den Umgang mit ihren Instrumenten: Ob nun Flozzes Trommelextasen oder Pensens Siebensaitergitarrenorgasmen – die Synapsen kochen über und pure Energie wird freigelegt.

Obgleich der Oberbegriff „Rock“ zu jeder Zeit spürbar ist, loten das Pack auch alle möglichen Nuancen und Schnittstellen aus:

Mal bezaubern sie durch beschwingt groovende Tanzmelodien wie im Schlittschuh-Lied, dann wiederum zerhacken sie jedwede Popattitude in aggressivester Punkrockmanier. Ergebnis: „Alle Menschen tot“!

Aber selbst die polemischsten Ausflüge werden hier auf intelligente Weise mit Humor behandelt, davon strotzt bereits der Albumopener „Heavy Metal Kind“, in dem auf die denkbar wahnwitzigste Art in metalüblichen Genreklischees gebadet wird, bis die Finger verschrumpeln. Reminiszenz und relativierendes Augenzwinkern gleichermaßen, oder anders ausgedrückt: Einfach zauberhaft!

Dann aber blitzt wiederum ein bißchen Funk auf, lässig vorgetragen und krampffrei gezupft: Wo sich die Finger herkömmlicher Gitarristen heillos verknoten würden, fällt hier gerade mal der Startschuß. Glücklicherweise ohne die damit normalerweise verbundenen ellenlangen Selbstbeweihräucherungssoli – das macht die Platte knackig und den Moshpit zur Sauna. Das Musik grenzenlos ist, beweisen sie mit jedem Lied aufs Neue, denn die Packrocker vereinigen Metal, Punk, HipHop, Garage und Liedermachertum zu einer einzigartigen Melange, deren Ziel lachende Gesichter und belebte Tanzflächen darstellen.

Doch auch textlich passiert hier so einiges: Von der eigenen Unsterblichkeit bis zur energischen Einforderung, individuelle Schwäche auszuleben: die Liebe lebt wo Wut kulminiert. Die Themen liegen auf der Straße, das Pack hebt sie allealle auf! Dabei bleiben sie stets autenthisch und vermeiden gewissenhaft jede Form von Setzkastenlyrik. Sie sprechen ihre eigene Sprache und die ist schön.

Und zuguterletzt wird auch das Herz bedient: Die Seele blüht ganz ohne Schmalz: „Ich ruh mich aus“!

Fraglos klar: Das Pack hat auf diesem Album genau das konservieren können, was sie live zu transportieren in der Lage sind: Spaß, Gefühl und Energie. Grand cinema quasi!

(Mark Dessat, Rocknewz!)

Fotos

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